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Der soziale Wohnungsbau hingegen wird in erster Linie nicht aus finanziellen Erwägungen der Marktakteure zugeteilt (Oxley 2000). Das Angebot basiert nicht auf gewinnmaximierenden Entscheidungen wie auf privaten Mietmärkten; vielmehr überwiegen nicht-finanzielle Ziele, da die Anbieter von Sozialwohnungen zu einem großen Teil von ihren öffentlichen Aufgaben getrieben werden (Whitehead und Scanlon 2007). Gleichzeitig wird die Nachfrage nach sozialwohnungen Dienstleistungen nicht durch die Fähigkeit oder Die Bereitschaft der Mieter, die Miete zu zahlen, gesteuert, sondern durch eine politisch und sozial definierte und interpretierte Form des Bedarfs (Maclennan und More 1997). Da die Mieten für Sozialwohnungen von den Regierungen vorgeschrieben werden und tendenziell unter dem Marktniveau bleiben, haben sie eindeutig einen anderen Zweck als die Signalfunktion der Marktmieten. Dies impliziert, dass die Anpassung des sozialen Wohnungsbaus an neue Marktgegebenheiten weiterhin öffentlich kontrolliert wird und somit politische Ziele und nicht Entscheidungen unabhängiger Anbieter und Verbraucher von Wohnungsdienstleistungen widerspiegelt (Whitehead 2003). Im Gegensatz zum ursprünglichen SCP, bei dem die Messung der Substituierbarkeit exogen ist und sich in erster Linie auf die Berechnung der Cross-Preis-Elastizität der Nachfrage stützt (Motta 2004), wird die Substituierbarkeit von Markt- und Sozialwohnungsdienstleistungen in diesem Rahmen ausdrücklich zum Vorbringen gemacht. Der Grund dafür ist, dass in einigen Ländern sozialer Wohnungsbau und Marktmieten ähnlicher sein könnten als in anderen Ländern. Daraus folgt, dass die strikte angebotsseitige Sicht des traditionellen SCP aufgegeben wird und den Verbrauchern und ihren Konsumentscheidungen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, da die Wahrnehmungen und Handlungen der Mieter entscheidend für den Grad der Substituierbarkeit zwischen den beiden Mietdienstleistungen sind. Durch die Definition der Produktdifferenzierung als Bündel von Wohnmerkmalen wird deutlich, dass es sinnvoller ist, das Miet-Qualitätsverhältnis von sozialen und marktgebundenen Mietdienstleistungen zu betrachten, als auf den Miet- und Qualitätsniveaus getrennt. Denn potenzielle Mieter könnten beispielsweise eine niedrige Miete/niedrige Qualität (hohe Miete/hohe Qualität) als Wohnungsservice und einen mittelgroßen/mittleren sozialen Wohnungsbau als gute Ersatzprodukte betrachten. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Substituierbarkeit im Allgemeinen eine Frage des Zwecks der sozialen und Marktvermietung ist. Wenn der soziale Wohnungsbau dazu dient, eine breitere Klientel als nur die Bedürftigen unterzubringen, ist die Gesamtbereitstellung von marktwirtschaftlichen Dienstleistungen und die Gesamtbereitstellung von Sozialwohnungen eher geeignet, ähnliche Marktsegmente abzudecken als in Ländern, in denen der soziale Wohnungsbau diesen Zweck nicht hat.

Darüber hinaus sollte man bedenken, dass private Vermietung am besten als eine Reihe von Teilmärkten verstanden wird, in denen verschiedene Arten von Vermietern für verschiedene Mieter an verschiedenen Standorten geeignet sind. Daraus folgt, dass, wenn überhaupt, nur Teile des privaten Mietmarktes einige Ähnlichkeiten mit dem sozialen Wohnungsbau aufweisen werden, aber sicherlich nicht alle. Die Unterscheidung dieser Teilmärkte kann somit dazu beitragen, die Wettbewerbsmöglichkeiten zu verstehen. Im Einklang mit dem traditionellen SCP im verarbeitenden Gewerbe oder in anderen Dienstleistungsbranchen befasst sich die Marktstruktur im Rahmen “SCP der Mietwohnungsdienstleistungen” mit einer Bewertung der Angebotskonzentration, der Marktzutrittsschranken und der Produktdifferenzierung. Es gibt einen starken Impuls für die Analyse der Angebotskonzentration für die beiden Mietsektoren getrennt – schließlich könnten private und soziale Vermieter auf demselben Markt tätig sein oder auch nicht.